NEUIGKEITEN

„Einmal war ich da drin (d. V.: in einem LUMAS -Geschäft), und bin rückwärts wieder raus. Ich kann nicht verstehen, warum darauf Lobeshymnen geschrieben werden. Die Theorie lautet ja, dass junge Leute dort preiswerte Fotos kaufen und so Geschmack am ernsthaften Sammeln finden. Aber ich glaube das nicht.“
Der Bluff bei LUMAS sei, sagt Wiegand, dass diese Fotos präsentiert würden, als wären sie rar und kostbar.
„Aber das sind sie nicht und darum auch nicht wiederverkäuflich.“ (DIE ZEIT Nr. 32/2007, S. 15)
Auch wenn LUMAS glauben machen will, Originale zu verkaufen, sind Originale nun einmal „authentische Abzüge des Fotografen aus der Entstehungszeit des Bildes, und man sollte davon ausgehen dürfen, dass es nur wenige davon auf der Welt gibt. Fünf, höchstens zehn.
Alles andere sind Modern Prints, später von der Originalplatte oder vom Negativ genommene Abzüge – etwas, was für den klassischen, kunsthistorisch gebildeten Sammler nicht in infrage kommt. Dann könnte er ja gleich in den Postershop gehen.“ (ebenda).

Wir, die Autoren dieser Überlegungen, sehen natürlich auch, wie es im Beitrag von DIE ZEIT von Wolfgang Büscher heißt, dass „die Sehnsucht nach Bildern allgemein ist“, so dass es nicht mehr möglich sei, „die Sphären sauber zu trennen: hier Kunst, dort Banalität, hier Vintage, dort Postertrash.“
Die Angebote von LUMAS liegen irgendwie und irgendwo zwischen den Polen. Originale jedenfalls werden dort (bisher) wohl nicht angeboten. Wen es nicht stört, dass „sein“ Bild noch vielfach irgendwo sonst auf der Welt hängt, hat mit dem bei LUMAS erworbenen, signierten und nummerierten Druck –so oder so-  Fotokunst an der Wand hängen.
Es ist eben so wie mit den Mauritius-Briefmarken: Selten und sehr teuer, begehrt aber dennoch nicht einfach so zu haben, während die heute in Millionenauflage erscheinenden Marken natürlich niemals nennenswert hohe Preise erzielen werden – egal, wie alt sie einmal werden; wahrscheinlich bleiben sie „auf ewig“ unverkäuflich… 

Uns, den Autoren, sollte man nicht unterstellen, wir wären auf den Erfolg der „Erfinder“ der LUMAS-Idee neidisch oder wollten sie gar irgendwie „bekämpfen“.
Nein, ganz und gar nicht, der Erfolg spricht schließlich für die Richtigkeit des grandiosen Einfalls.
Wir möchten nur, und es ist an der Zeit, dies mit Nachdruck zu tun, darauf hinweisen, dass die Werbung für Drucke dieser Art als „Original“ den Käufer hinsichtlich des Wertes eines solchen Bildes womöglich täuscht, vor allem aber in der Zukunft zu enttäuschen vermöchte.

REDLICH & OSLER